Fakten statt Mythen zur Windkraft

Leider bewegt sich die Argumentationslinie zu Windkraftstandorten zunehmend fernab von Fakten. Lange widerlegte und oftmals von Lobbyisten seit zwei Jahrzehnten platzierte Behauptungen (s.u.) werden immer wieder ins Spiel gebracht, wissenschaftliche Fakten wie das gesamte Genehmigungsverfahren hingegen als interessengeleitet denunziert.

Argumenten wir Immobilienpreisverfall, Infraschall, Subventionsabzocke u.v.m. ist so kaum beizukommen. Doch letztlich bleibt nichts anderes übrig als den Mythen immer wieder Fakten entgegenzustellen. Im Zusammenhang mit dem Windkraftprojekt am Wollenberg haben ich dies getan. Diese gelten im Grundsatz  unverändert bei jedem anderen. Ich werde mich in  den nächsten Wochen darum bemühen, sie durch aktuelle Erkenntnisse zu ergänzen.

Zudem sind beim Bundesumweltamt sowie beim Solarförderverein gute Zusammenstellungen von Fakten zu finden und auch der Bundesverband Windenergie  gibt aus seiner Sicht Antworten auf Einwände gegen Windenergie.

Zum Hintergrund für viele der Mythen sei auf das folgende verwiesen: Die von der energieintensiven Aluminiumindustrie unterstützt von der Atomindustrie gegründete Pseudobürgerinitiative „Bundesverband Landschaftsschutz“ (BLS) hat seit den ersten noch unter schwarzgelb Ende der 90er Windkraft- und Einspeisegesetzen erfolgreich Windkraftgegner beraten und es geschafft aus all den von ihnen unterstützten BIs diese bundesweite Organisation zu schmieden.

Der stellvertretenden Vorsitzende des Bundesverbandes Braunkohle Thomas Mock, war 1998 schon für den Konzern Hydro-Aluminium unterwegs, dessen deutsche Alu-Werke zuvor zum E.ON-Konzern und bei dem auch der BLS angeschlossen war, wie damals schon aufgedeckt wurde. Der BLS ist heute Mitglied von „Vernunftkraft“, und Mock führt weiter, wie einige weitere Kohle- und Atomkraft-Lobbyisten Beratungen und „Schulungen“ für die Mitglieds-Initiativen durch.

Auch die Pro-Braunkohle-‚Bürgerinitiative‘ „Unser Revier – unsere Zukunft – an Rur und Erft“ hat als Kontaktadresse die eines Lobbyverbandes, eben der des Bundesverbandes Braunkohle. Solche Pseudobürgerinitiativen sind recht erfolgreich und diese Strategie nennt man nach dem in den USA verbreiteten Markennamen „Astroturf“ für Kunstrasen „Astroturfing“, also statt einer echten Graswurzelbewegung, eine die nur so aussieht, als sei sie von unten, von den Wurzeln her aufgewachsen. Doch nun ist sie so erfolgreich wie Hybridrasen, also von echten BIs durchwurzelt, gestützt vom Kunstrasen. Wer mehr dazu wissen möchte, findet eine gute Zusammenstellung beim BUND.

Alle mühselig schon lange wiederlegten Fehlinformationen finden sich so in der Plattform von Vernunftkraft wieder und alle die widerlegenden wissenschaftlichen Gutachten werden als Verschwörung zurückgewiesen. Deren Argumente gegen Windkraft werden über alle BIs gegen Windkraft über Leserbriefe, Webseiten und Flugblätter verbreitet und bilden im Internet eine Blase, in der sich alle Gegner für ihre Positionen Bestätigung finden holen können.

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2 Kommentare zu Fakten statt Mythen zur Windkraft

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