Rauschenberg wird Bioenergiestadt

Wenn auch nach Amöneburg mit gut 2.000 Einwohnern im Kernbereich kleinste Stadt im Landkreis, so könnte Rauschenberg die wohl erste Bioenergiestadt Deutschlands werden. Darüberhinaus hat die Gesamtkommune Rauschenberg mit drei Nahwärmenetzen dann einen Großteil seiner Haushalte zukunftssicher, energieeffizient und klimaschonend versorgt.

Insgesamt soll mit einer Investitionssumme von 4,2 Millionen Euro über ein Nahwärmenetz von 10,5 Kilometern Länge insgesamt 167 Haushalte angeschlossen werden. Pumpen, ein Spitzenlastkessel und eine ausgefeilte Steuerung stellen die Versorgung sicher. Über die Hälfte des Jahresenergiebedarfs von 5.500 MWh können von der „Biogasanlage Fiddemühle“ abgedeckt werden. Der zweitgrößte Teil soll über eine Holzhackschnitzelanlage produziert werden und den Rest von knapp 5 Prozent wird ein Spitzenlastkessel liefern.

Weitere Informationen finden Sie auf derf Webseite der Nahwärmegenossenschaft Rauschenberg e.G.

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Das Fähnlein im Wind: Seehofers CSU

Bayern wollte Vorreiter in Sachen Erneuerbare Energien sein. Die CSU schrieb in Ihren Programmen, was sie alles in Sachen Sonne, Wind und Wasser vorantreiben wollte, machte viele Wahlversprechen und kaum gibt es Bürgerproteste, da dreht sich Herr Seehofer nach dem Wind.

Es ist wie überall: Alle sind für Erneuerbare Energien, niemand für Kern- oder Kohlekraftwerke. Die ungelösten Entsorgungsprobleme, die Umweltzerstörung durch Uranabbau, Braunkohletagebau und die Toten im Steinkohlebergbau werden als schrecklich und unerträglich angesehen. Aber genau hioer und genau diese Energieproduktion muss nicht sein.

Nur wollen die Bürgerprotestler auch keinen Strom über lange Trassen transportiert wissen. Die CSU hat keine Lösungen, aber dreht sich so schnell im Wind, dass niemand weiß was sie gestern, heute oder morgen vertritt.

Nun klagen die Oppositionsparteien gegen due von der CSU-Regierung durchgesetzte 10H-Regel, die populistisch, aber sachlich nicht begründet WKA faktisch verhindert. IWR schreibt hierzu ausfürlich in seiner Online-Ausgabe.

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Korrosionsaspekte in Reaktordruckbehältern unterschätzt

Neue, sicherer als bisher konstruierte Reaktoren sind in Europa ohne hohe Subventionen nicht zu bauen, wie der Reaktorneubau in Frankreich und Finnland eindrücklich zeigen. In beiden Fällen sind Fertigstellung und Netzanschluss überfällig und die Kosten explodiert. Ein realistischer Strompreis aus diesen Reaktoren liegt doppelt so hoch wie bei aktueller Technik der Erneuerbaren Energien. Eine Endlagerung für stark strahlenden Abfall gibt es nicht.

Nun zeigen die erhöhte Zahl von Rissen in den Reaktordruckbehältern der beiden belgischen Atomkraftwerke Doel 3 und Tihange 2, dass auch das Nachrüsten von alten Reaktoren, wie auch Abriss und Endlagerung, den Atomstrom teuer macht. Ganz abgesehen von Forschung- und Entwicklung, die über europäische und nationale Programmen seit 50 Jahren bis heute jährlich in Milliarden von der öffentlichen Hand finanziert werden.

Wie der Chef der belgischen Atomaufsicht FANC, Jan Bens, letzte Woche bekannt gab, hat eine aktuelle Untersuchung der stählernen Behältern, dem Herzstück eines Kernreaktors mehr als 16.000 feine Risse aufgezeigt, 60% mehr als angenommen. Er warnte über den öffentlichen belgischen Fernsehsender VRT andere Länder: „Das ist möglicherweise ein weltweites Problem für den ganzen Nuklearsektor. Wir haben unsere internationalen Kollegen bereits informiert und beraten.“ Wie die taz berichtet sehen das die beiden Wissenschaftler, die die neue Untersuchung durchführten, genauso. „Ich wäre tatsächlich verwundert, wenn das nicht auch woanders auftritt“, sagte Walter Bogaerts von der Universität Leuven. „Ich befürchte, die Korrosionsaspekte wurden unterschätzt.“

 

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Großbritannnien will raus aus der Kohle

Wie der Guardian berichtet, unterzeichneten Premierminister David Cameron, Vizepremier Nick Clegg und Oppositionsführer Ed Miliband am Samstag ein gemeinsames Papier, in dem sie sich für eine Politik aussprechen, die „sich an den Grenzen des Planeten orientiert und die globale Erwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts unter zwei Grad begrenzt“. Die taz berichtet über dieses überraschende klimapolitische Signal aus Großbritannien. Bedenklich ist allerdings, dass auf der Insel gleichzeitig hochsubventioniert neue Kernreaktoren gebaut werden sollen. Für den Atomstrom soll dort ein Vielfaches der Windstrompreise gezahlt werden.

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Fakten gegen Vogelschlag-Horrorszenarium

In der OP vom 17. Januar wurde in Bezug auf Windkraftanlagen am Lichten Küppel ein Vogelschlag-Horrorszenarium heraufbeschworen. Ja, jedes Bauwerk, jede Straße jedes Baugebiet beeinträchtigt Flora und Fauna. Und ja, auch jede Art der Energieerzeugung. Daher gibt es planungsrechtlichen Genehmigungsverfahren, um Beeinträchtigungen zu vermeiden, ggf. zu minimieren und unvermeidliche auszugleichen.

Dies gilt auch für Windkraftanlagen. Und zu den Betroffenen zählen auch Vögel. Doch mit den Horrorszenarien, die der von mir sehr geschätzte Vogelkundler Martin Kraft, mit 20 getöteten Vögeln pro Stunde entwirft, setzt er bedauerlicherweise seine Reputation aufs Spiel, da sie fern von jeder wissenschaftlichen Grundlage und jedem Genehmigungsverfahren sind.

Die Vogelexperten der Naturschutzverbände, der staatlichen Vogelwarten u.a. nennen bei Ursachen für die jährlich in Deutschland getöteten Vögel an erster Stelle Hauskatzen (Größen-ordnung ca. 50 Mio.), gefolgt von Strom- und Telefonleitungen (30), Straßenverkehr (10) und Kollisionen mit Bauwerken insgesamt (3).

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Energiewende: Strompreis und CO2-Ausstoß sinken

Zum Jahreswechsel senken 295 Grundversorger ihre Strompreise. Die durchschnittliche Entlastung für 15 Millionen Haushalte beträgt 2,4% (mehr hier). Gleichzeitig stellt die AG Energiebilanzen aus Wirtschaft und Wissenschaft fest, die regelmäßig Energieverbrauch und -erzeugung, sowie die Energieflüsse bilanziert, dass 20145 erstmals seit langem der CO2-Ausstoß zurückgegangen ist. Seit 1990 ist der Energieverbrauch zudem um 14% gesunken und die deutsche Wirtschaft gleichzeitig um 360% gewachsen.

Alles in allem entfallen alle gerne genannten Argumente gegen die Erneuerbaren Energien: steigende Strompreise und steigender CO2-Aussstoß, sowie Belastung für die Wirtschaft. Im Gegenteil profitieren Unternehmen doppelt, so dass unsere Nachbarn Wettbewerbsnachteile monieren. Die Unterstützung für die Energiewende liegt trotz dramatischer Darstellungen in Spiegel, Stern & Co  ungebrochen bei 70%. Nur die EU hat nun noch ihre Hausaufgaben zu machen. Das Verramschen der CO2-Zertifikate muss ein Ende haben, damit nicht die schmutzige Braunkolenverstromung der Hauptprofiteur der Energiewende bleibt.

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Bilanz 2014: Energetische Modernisierung mit über 30 Mio. Euro gefördert

Al-Wazir stockt Zuschüsse für Hessische Energieeinsparaktion (HESA) massiv auf

Die Förderung von energetischen Modernisierungen durch das hessische Wirtschaftsministerium hat einen neuen Rekordwert erreicht, teilt das Hessischen Energie- und Wirtschaftsministerium in einer Pressemitteilung mit. Insgesamt wurden im Jahr 2014 Maßnahmen für über 30 Millionen Euro bewilligt. “Das zeigt den hohen Stellenwert, den wir der energetischen Modernisierung beimessen. Wir müssen mit Strom und Wärme deutlich effizienter umgehen als wir es bislang tun”, sagte Wirtschafts- und Energieminister Tarek Al-Wazir am Dienstag in Wiesbaden. “Das ist nicht nur entscheidend für das Gelingen der Energiewende. Es ist auch Voraussetzung, damit uns Strom, Heizöl- und Gaskosten nicht immer stärker belasten.”

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Der lästige Atommüll

Weil bei der Aufarbeitung des Uranhexafluorids in Gronau Atommüll übrig bleibt, hat Urenco zwischen 1996 und 2009 insgesamt 27.000 Tonnen Atommüll, abgereichertes Uran, nach Russland exportiert. Schon 2007 haben sich russische Umweltschutzgruppen der internationalen Protestbewegung gegen die Transporte zwischen den Aufbereitungsunternehmen angeschlossen.  

Nun fordert Olga Podosenova von der russischen Umweltorganisation Ecodefense Urenco zur Rücknahme des exportierten Atommülls auf, sowie das Ende von Atommüllexporten. In der Vergangenheit wurde das nach Russland gelieferte chemisch instabile und gefährliche Uranhexafluorid als wertstoff betrachtet. Dieses wird bei 57 Grad gasförmig und bildet dann in Verbindung mit Wasser und Feuchtigkeit die tödliche Flusssäure.

“Das in der Natur vorkommende Uranerz besteht im wesentlichen aus dem industriell bedeutungslosen Uran238 und enthält nur zu 0,7 Prozent Uran235, aus dem Brennelemente für Atomkraftwerke oder Nuklearmaterial für Atombomben hergestellt werden. Daher muss das Schwermetall aus dem Uranerz herausgelöst und anschließend Uran235 von Uran238 getrennt werden. Solange beide Isotope in fester Form vorliegen, wäre eine Trennung unmöglich, daher wird das Uranerz zunächst zu Uranhexafluorid (UF6) weiterverarbeitet. (s. Telepolisartikel bei Heise online)

In Gronau wird mit dem instabilen Müll anders umgegangen und das Uranhexafluorid vor der Lagerung in das chemisch ungefährlichere Uranoxid umgewandelt. Das ganze  taz-Interview können Sie hier lesen.

Dieter Hildebrandt hat die Gesamtproblematik in seinem “Störsender.TV” treffend beschrieben:

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Hessen bleibt bei Windkraft Entwicklungsland

Windräder bei Sonnenuntergang. (Bild: Thorben Wengert / pixelio.de)

Windräder bei Sonnenuntergang. (Bild: Thorben Wengert / pixelio.de)

Hessen ist knapp vor Baden-Württemberg das Flächenland mit der geringsten installierten Windkraftleistung, die Stadtstaaten und Saarland also außen vor gelassen. Und es sieht ganz danach aus, dass das auch so bleiben wird.

Überall wird mit der Argumentation – wir wollen ja Erneuerbare Energien, aber nicht hier – der jeweilige Bergzug als der wichtigste überhaupt beschworen, der nicht durch Windkraftanlagen verschandelt werden darf. Dazu kommen so manche sachlich falsche Argumente, die seit beginnn im Jahre 1997 von der durch Aluindustrie und Kernenergie gesponserten Antiwindkraftkampagne verbreitet werden.

Anstelle dieser will natürlich auch niemand eine Stromtrasse, oder ein Kohle- oder Atomkraftwerk vor der Haustür. Freiflächen-PV-Anlagen oder Maismonokulturen für Biogasanlagen sind auch nicht gut. Warten wir also die nächsten Jahrhundertstürme und -hochwasser ab, die ein paar neue Flächen für Energieanlagen frei machen.

Sei es im Taunus, Vogelsberg oder Wollenberg, überall haben Bürgerinititiativen Windkraftprojekte von Kommunen und kommunaler Energieversorger gestoppt. Dies dürfte sich auf Dauer als ein Pyrrhus-Sieg heraus stellen. Natürlich scheuen die Akteure vor Ort die Auseinandersetzung. Die Ausweisung von mindestens 2% der Flächen für Windkraft bleiben bestehen. Windräder in die Täler zu stellen wird kaum jemand wollen. Und ein global Player wie E-ON  wird sich kaum um die örtlichen Belange kümmern.

Irgendwann werden auf den besten Standorten Windräder stehen. Nur die Bürger vor Ort werden davon nichts haben, denn in den kommunalen Kassen kommt bei einem steueroptimierten Betrieb kaum etwas an. Wenigstens erfreut dies dann Bodenbrüter wie Hasel- und Rebhuhn, dene dann Raubvögel durch die Rotoren ferngehalten werden.

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Weltklimarat legt neuesten Bericht vor

Der Weltklimarat (IPCC) hat heute am 2. November seinen sogenannten Synthesebericht in Kopenhagen vorgelegt. Der IPCC-Vorsitzende Rachendra Pachauri mahnt, dass sofort gehandelt werden muss, wenn die Erderwärmung auf unter zwei Grad gehalten werden soll. Sonst drohe eine Erwärmung um bis zu vier Grad, was die Zunahme extremer Wetterphänomene wie Stürme, Hitzeperioden und Überschwemmungen zur Folge hätte.

Um eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes um 40 bis 70% bis  2050 zu erreichen, müssen wir von fossilen Energiequellen wie Öl, Gas und Kohle weg, auf erneuerbare setzen und den Energieverbrauch deutlich reduzieren. Dies würde selbst bei einem “ehrgeizigen” Weg nur 0,06 Prozentpunkte des weltweiten Konsumkosten ausmachen, aber die Kosten würden stark ansteigen, wenn nicht rasch etwas unternommen würde, so der IPCC. Die tagesschau berichtet hierüber ausführlich und stellt Hintergrundberichte zur Verfügung.

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