25. Juni 2009, 00:22 Uhr

WolkenDie Anpassung an die sich verändernden klimatischen Bedingungen stellt verschiedene Berufsgruppen vor gewichtige Herausforderungen. Besonders solche Fachleute, die mit langfristigen Planungen beschäftig sind, haben eine herausragende Verantwortung und beschäftigen sich schon seit vielen Jahren mit den Konsequenzen von zunehmender Trockenheit in den nördlichen und mit mehr Feuchtigkeit und Starkregen-Ereignissen in den südlichen Bundesländern. Für die Planung im Hochwasserschutz und die Kanalisation gibt es seit Jahrzehnten genaue Untersuchungen. Wetterextreme stellen aber auch Landwirte und Züchter oder Städteplaner vor große Aufgaben. Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung hat jetzt acht Regionen aus den Bundesländern Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen, Baden-Württemberg und Bayern ausgesucht, die an einem Modellprojekt „Raumentwicklungsstrategien zum Klimawandel“ teilnehmen.

Die Regionen und Städte müssen nach Überzeugung der beteiligten Fachleute des Forschungsvorhabens „Raumentwicklungsstrategien zum Klimawandel“ lernen, die Folgen des Klimawandels nicht nur zu mindern, sondern sich auf unvermeidbare Folgen vorzubereiten.


Sommerliche Dürren mit Wasserknappheit und Waldbrandgefahren, Extremwetterereignisse mit Hochwasser- und Sturmschäden, Hitzewellen in den stark verdichteten Städten erhöhen den Anpassungsdruck für Mensch und Natur.” Am 2./3. Juli 2009 wird in Berlin eine Fachkonferenz zudem Thema stattfinden bei denen Zwischenergebnisse zu den laufenden Forschungsvorhaben zur Diskussion gestellt werden. “Dies geschieht vor dem Hintergrund des am 1. April 2009 veröffentlichten Weißbuches der Europäischen Union und der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel.” Bei dieser Gelegenheit werden auch die Modellregionen des neuen MORO-Forschungsvorhabens präsentiert. Träger des Modellprojekts – das bis zum Frühjahr 2011 abgeschlossen sein wird – sind das BMVBS und das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR).

Die Verantwortlichen in den ausgewählten Regionen zeigten sich erfreut über die Entscheidung. In einer Pressemitteilung des Gießener Regierungspräsidium wurde das zum Ausdruck gebracht, als die Nachricht eintraf, dass Mittelhessen – zusammen mit der Region Südhessen und dem Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main – vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) für ein Modellvorhaben der Raumordnung (MORO) ausgewählt wurde. „Grundsätzlich geht es bei dem hessischen Projekt unter dem Motto ‚REFRAKLAN‘ (Regionalplanung in der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main – vom Klimaschutz zur Klimaanpassung) um die modellhafte Erprobung integrierter Handlungskonzepte zur Verbesserung der regionalen Widerstandsfähigkeit gegenüber Klimafolgen“, erläutert der Regierungspräsident.
Für die Modellregionen in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg spielt die Problematik der Versteppung, die veränderten Anbaubedingungen und der Umbau in der Energieversorgung eine wichtige Rolle. Der stellvertretenden Fraktionsvorsitzende Katharina Reiche als Brandenburgerin die Herausforderung aufgrund der zunehmenden Trockenheit bewußt. Für sie ist auch die Agro-Gentechnik ein Mittel, mit speziell gezüchteten Sorten die Anpassung an den Klimawandel voranzutreiben. Deutsche Pflanzenzüchter investieren derzeit verstärkt in die Forschung und züchten für Landwirtschaft und Gartenbau neue Sorten, die auch unter schwierigen Klima- und Anbaubedingungen sichere Erträge bringen.

Übergreifend sind für alIe Regionen den Bereichen Hochwasserschutz, Siedlungsklima, Landwirtschaft aber auch im Arten- und Biotopschutz wesentliche Änderungen zu erwarten, für geeignete Anpassungsstrategien entwickelt werden müssen. Das Regierungspräsidium in Gießen will zuerst die Möglichkeiten der Regionalplanung und Regionalentwicklung im Sinne einer Stärkung und Erweiterung des raumordnerischen Instrumentariums zu überprüfen – beispielsweise durch entsprechende Festlegungen im Regionalplan. „Anschließend soll eine umsetzungsorientierte‚ regionale Klimaanpassungsstrategie‘ erarbeitet werden, in die neben der Regionalplanung auch andere Akteure wie Kommunen, Land- und Wasserwirtschaft sowie der Naturschutz einbezogen werden“, beschreibt der RP-Planungsexperte Dr. Ivo Gerhards die weiteren Arbeitsschritte. „Zum Beispiel wird geprüft, ob und welche Siedlungsbereiche in zunehmend durch Hochwasser oder andere Extremereignisse gefährdeten Gebieten liegen“, so Gerhards weiter. Wie unter Berücksichtigung eines erhöhten Wasserbedarfs und der Ressourcenschonung ein nachhaltiges Grundwassermanagement gewährleistet werden kann, wird ein ebenso bedeutsamer Schwerpunkt sein wie die Frage, mit welchen Maßnahmen sich regionstypische Arten und Biotope unter den Bedingungen des Klimawandels dauerhaft sichern und entwickeln lassen. „Wichtig ist es daneben zu prüfen, ob der Klimawandel auch Chancen für bestimmte Formen der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung in der Modellregion bieten kann“, ergänzt die RP-Mitarbeiterin Simone Philippi. Ein weiterer Kernpunkt des umfangreichen Modellvorhabens wird es nicht zuletzt sein, Möglichkeiten auszuloten, mit denen Kommunen für eine derartige Klimaanpassungsstrategie sensibilisiert werden können.

10. Juni 2009, 01:18 Uhr

Dämmerung über der Normandie, Dieter Schütz, pixelio.deIn Frankreich kündigt der Staatspräsident einen radikalen Wechsel in der Energiepolitik an: Die Erneuerbaren Energien sollen künftig die gleiche Rolle spielen wie die Kernenergie unter Charles de Gaulle in den 60er Jahren, verkündet Nicolas Sarkozy. Er schraubt die Ausbauziele massiv nach oben und bezeichnet die bisherige Begrenzung als Fehler. Die klimapolitischen Ziele bleiben bestehen und Umweltminister Jean-Louis Borloo und sein Staatssekretär, Chantal Jouanno im Amt. Die französischen Medien vermuten, dass der Erfolg der französischen Grünen einen großen Anteil an diesem Kurswechsel hat.

Frankreich ergrünt
Zwei Tage nach der überraschenden Erfolg der Liste “Europe Ecologie” von Daniel Cohn-Bendit bei den Wahlen zum Europäischen Parlament, hat Nicolas Sarkozy eine Wende zugunsten der erneuerbaren Energien angekündigt. Am Tag zuvor war klar geworden, wie sensationell das Ergebnis der französischen Grünen gewesen ist: Es fehlten mit 16,3% der Stimmen nur zwei Zehntel Prozentpunkte und sie hätten auch noch die abgestürzte Sozialistische Partei (PS, 16,5%) überholt. So hat sie sich nach vielen Jahren Marginalität als dritte Kraft hinter den beiden großen Parteien, der PS und der UMP von Nicolas Sarkozy (27,8%), in Frankreich etabliert.

Der Triumph ist auch ein ganz persönlicher Erfolg von Daniel Cohn-Bendit. Als überzeugter Europäer hat er in seiner politischen Laufbahn zwischen Frankreich und Deutschland immer wieder gewechselt. Zuerst außerparlamentarisch, nun schon viermal parlamentarisch: Zweimal ist er auf einer deutschen und nun ebenfalls zum zweiten Mal auf einer französischen Liste ins Europaparlament gewählt worden. Die französischen Grünen schicken insgesamt 14 Abgeordneten ins Europaparlament, genauso viele wie die französische Sozialdemokraten. In Paris schafften sie mit 27,5 Prozent den zweiten Platz. In 12 der 20 Hauptstadt-Arrondissements waren sie bei den Europawahlen die stärkste Liste.

Staat der Erneuerbaren Energien
Der Staatspräsident verkündete die neuen Ziele in der Energiepolitik bei einem Besuch des Nationalen Institut für Solarenergie in Savoyen. Er versuchte dabei den Eindruck zu vermitteln, dass dies keine völlig neuen, durch den Wahlausgang geprägte, sondern lange geplante Maßnahmen sind. Und selbstverständlich stellt dieser radikale Wechsel bisher nur im Projektnamen “EE-Staat Frankreich” den “Atomstaat Frankreich” in Frage. Die Blockade soll aufgehoben, neue Förderprogramme auf den Weg gebracht werden, um den Ausbau zu beschleunigen, auch um neue Arbeitsplätze zu schaffen.

Bildquelle: Dieter Schütz, pixelio.de

3. Juni 2009, 23:26 Uhr

Die TAZ berichtet in ihrer Ausgabe vom 3.Juni 2009 übert die Pläne einer Genossenschaft Teile der Eon-Tochter THÜGA zu erwerben. Diese finden Unterstützung bei Politik und Geldgebern. Schon zwei Millionen Euro seien gezeichnet.

Die ersten 2 Millionen Euro sind schon beisammen: Die südbadische Initiative “Energie in Bürgerhand” sammelt derzeit auf Treuhandkonten Geld ein, um einen möglichst großen Anteil des Energieversorgers Thüga zu kaufen, den der Eon-Konzern auf Druck des Kartellamtes vermutlich im Sommer oder Herbst abstoßen will. Bis zu 100 Millionen Euro an Eigenkapital will die genossenschaftlich organisierte Initiative dafür akquirieren.
Kommt der Transfer zustande, dürfte er als eine der spektakulärsten Aktionen der letzten Jahrzehnte in die deutsche Stromgeschichte eingehen. Denn die Thüga ist ein Unternehmen von beachtlicher Größe, ihr Wert wird in der Branche auf 3 bis 4 Milliarden Euro veranschlagt; sie besitzt Anteile an 110 Unternehmen, überwiegend kommunalen Energieversorgern. Wird die Thüga durch einen Verkauf ein unabhängiges Unternehmen, wird sie nach den großen vier Energiekonzernen der fünftgrößte Versorger Deutschlands sein.

Der neue Coup Stromrebellen aus Schönau?
Aufsichtsratsvorsitzender von “Energie in Bürgerhand” ist Michael Sladek aus Schönau im Schwarzwald. Zusammen mit anderen “Stromrebellen” sammelte er Mitte der Neunzigerjahre einen Millionenbetrag von Bürgern zum Kauf des örtlichen Stromnetzes ein. Heute sind die daraus erwachsenen Elektrizitätswerke Schönau ein Ökostromversorger mit bundesweit mehr als 80.000 Kunden.
Sladek nennt drei Argumente für das neue Projekt. Zum einen erhielten die Bürger Einfluss auf die Geschäftspolitik der Thüga. Energiepolitik werde damit nicht mehr von oben verordnet, sondern man habe “die einmalige Chance, von unten her einen ökologischen Energiekonzern aufzubauen”. Zudem halte man künftig Geld in der Region, das bisher abfließt. Und schließlich biete das Konzept den Bürgern eine sichere Geldanlage. Im letzten Jahr habe die Thüga einen Gewinn von über 11 Prozent erzielt. Auch wenn solche Erträge nicht ständig zu erwarten seien, sei das Investment “eine solide Anlage mit Vorsorgecharakter”.

E-ON entscheidet nach wirtschaftlichen Erwägungen
Bei mehreren Banken wurden inzwischen anwaltliche Treuhandkonten eingerichtet. Mit einer Mindestsumme von 500 Euro kann seither jeder Bürger in das Projekt einsteigen. Sollte die Genossenschaft beim Verkauf der Thüga-Anteile nicht zum Zuge kommen, fließen die Einlagen mit eventuellen Zinsen an die Geldgeber zurück.
Bis zu einem Drittel der Thüga-Anteile stehen zur Diskussion. Für rund zwei Drittel nämlich gibt es bereits Interessenten aus der kommunalen Energiewirtschaft. Die Versorger Mainova in Frankfurt, Stadtwerke Hannover und N-ergie Nürnberg bewerben sich zusammen um 45 Prozent der Anteile. Eine Reihe kleinerer Versorger will weitere 15 bis 25 Prozent erwerben. Es sind in der Regel Thüga-Töchter, die die einmalige Chance nutzen wollen, durch Einkauf in ihre Mutterfirma unabhängiger von den Oligopolisten zu werden.
Wer am Ende den Zuschlag erhält, entscheidet jedoch Eon – der Ausgang der Geschichte ist daher noch völlig unklar. Wortkarg heißt es aus der Konzernzentrale: “Wir sind Herr des Verfahrens und wir haben keine Eile.” Und man werde nach wirtschaftlichen Erwägungen entscheiden.
Entscheidend für einen möglichen Zuschlag an die Bürgergenossenschaft dürften zwei Faktoren sein. Zum einen die Frage, wie viel Geld sich in den kommenden Wochen auf den Konten ansammelt: Wird ein zweistelliger Millionenbetrag erreicht, was bei Ausdehnung der bislang regionalen Kampagne auf ganz Deutschland durchaus realistisch ist, hätte das eine erhebliche Signalwirkung. Der zweite Faktor ist die Unterstützung durch Politik und Kartellamt. Denn das Thema ist hochpolitisch, weil eine unabhängige Thüga als ernstzunehmender Wettbewerber den bislang vom Quartett der Oligopolisten geprägten Markt erheblich beflügeln würde.
Entsprechend positiv sind durchweg die ersten Reaktionen aus den Fraktionen in Berlin – von der Union bis zur Linkspartei zeigen sich Energieexperten sehr angetan. Joachim Pfeiffer, Koordinator für Energiepolitik der CDU/CSU-Bundestagfraktion, sagt, er begrüße die Initiative und wünsche ihr viel Erfolg. Hans-Kurt Hill von den Linken freut sich über die “Möglichkeit, den Verbraucherinnen und Verbrauchern mehr Mitsprache bei Energiefragen zu geben”, und auch Gudrun Kopp von der FDP sagt, sie habe für die Aktion “viel Sympathie”. Doch genauso oft wie das Wort “sympathisch” hört man in diesen Tagen aus den Berliner Abgeordnetenbüros noch ein anderes Wort: “ambitioniert”. Aber das schreckt die Schönauer nicht – ambitioniert waren ihre Ideen schließlich immer.

Quelle: taz vom 3. Juni 2009, Autor BERNWARD JANZING

3. Juni 2009, 23:24 Uhr

Berlin, 29. Mai 2009. – Der Bundestag hat mit den Stimmen aller Fraktionen das Statut der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) angenommen. Der SPD-Abgeordnete Hermann Scheer, Ideengeber und treibende Kraft der Gründung von IRENA, erklärte in seiner Rede im Bundestag am Donnerstagabend: “Dies ist ein Meilenstein auf dem langen Weg zur weltweiten Nutzung der Erneuerbaren Energien. Es ist politisch wichtig, dass Deutschland als Initiator des IRENA-Gründungsprozesses zügig die Ratifikation für das internationale Vertragswerk zur Einrichtung der Agentur vorantreibt.”
Scheer weiter: “Dies ist auch ein Signal für den deutschen Anspruch, dass die Entscheidung über den Sitz von IRENA für Bonn ausfällt. Mit der Ratifizierung durch das Parlament machen wir deutlich: IRENA muss so schnell wie möglich mit der Arbeit beginnen. Die Zahl der Staaten, die der Agentur beitreten, wächst ständig. Der Bedarf nach einer internationalen Regierungsorganisation, die die Einführung der Erneuerbaren Energien weltweit ausweitet und beschleunigt, ist unübersehbar.”
IRENA war am 26. Januar 2009 von 75 Staaten in Bonn gegründet worden. Mittlerweile ist die Zahl auf 83 angewachsen – in diesen Ländern leben fast drei Milliarden Menschen. Zu den Unterzeichnern zählen neben Deutschland, Spanien und Dänemark, die gemeinsam die Gründung vorangetrieben hatten, unter anderem: Indien, Frankreich, die skandinavischen Länder, die Türkei, die Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten, Südkorea, Chile, Kolumbien, Argentinien, Nigeria und Kenia. Australien will in den nächsten Tagen seine Mitgliedschaft erklären. Scheer: “Wir rechnen demnächst auch mit Beitritten der USA und Chinas.”
Bei der nächsten Versammlung aller IRENA-Unterzeichnerstaaten am 29. und 30. Juni in Sharm El Sheik (Ägypten) wird entschieden, in welchem Land die Agentur ihren Sitz haben und wer IRENA als Gründungsdirektor oder Gründungsdirektorin leiten wird. Deutschland bewirbt sich mit der Bundesstadt Bonn um den Sitz und tritt gegen Abu Dhabi, Kopenhagen und Wien an. Um den Vorsitz von IRENA bewerben sich vier Personen.

Bonn soll Sitz von IRENA werden
Der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Ulrich Kelber, bewertete die Ratifizierung als “bedeutenden Fortschritt für die weltweite Energiepolitik”. Dass es nach 20-jähriger Vorbereitungszeit endlich soweit gekommen ist, “haben wir auch dem unermüdlichen Einsatz von Hermann Scheer zu verdanken, den wir als ‚Vater von IRENA‘ bezeichnen können.” Als Bonner Bundestagsabgeordneter erklärte Kelber: “Nun erwarten wir, dass die Bewerbung Deutschlands um den Sitz von IRENA erfolgreich sein wird. Bonn ist der ideale Standort für diese internationale Einrichtung, bietet hervorragende Arbeitsbedingungen und ein exzellentes Umfeld.”
Hermann Scheer erinnerte daran, dass die Initiative zu IRENA vor 20 Jahren von EUROSOLAR ausging. “Nun stehen wir kurz vor der Verwirklichung unserer Idee. Hartnäckigkeit und langer Atem haben sich gelohnt”.
Quelle: EUROSOLAR e.V.
www.eurosolar.org

12. Mai 2009, 18:51 Uhr

Wildpoldsried ist Klimaschutzkommune 2009

Am Dienstag, den 12. Mai 2009 wurde die Gemeinde Wildpoldsried zusammen mit 5 weiteren Gemeinden und Städten in Berlin von der Deutschen Umwelthilfe zur Klimaschutzkommune 2009 ausgezeichnet. Zusätzlich wurde das Wildpoldsrieder-Pumpen-Austauschprojekt zum Klimaschutz-Projekt 2009 ernannt. Vorausgegangen war ein bundesweiter Wettbewerb, der nach einem Punktesystem die Klimaschutzbemühungen in kleinen und mittleren Kommunen bis 20.000 Einwohner bewertet.

Dies ist nicht der erste Preis für Wildpoldsried. Sie hat inzwischen viele regionale, lnadesweite un internationale Preise erhalten, u.a. den Deutschen Solarpreis 2009 und den 1. Preis im Bayerischen Agenda Wettbewerb 2009.

» mehr über Klimaschutz und Erneuerbare Energien in Wildpoldsried

4. April 2009, 08:46 Uhr

MorgenrotKlimaschutz, die Verringerung der Abhängigkeit der Welt von fossilen Brennstoffen und der Ausbau erneuerbarer Energien bleiben auf der Agenda von Wirtschaft, Wissenschaft und nicht zuletzt auf der der Politik ganz oben. Dies wurde bei dem Treffen von Präsident Barack Obama mit den 27 Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union zum Abschluss des fünftägigen Gipfelmarathons deutlich. Dass diese Frage gerade und insbesondere angesichts der aktuellen Weltwirtschaftskrise nicht in den Hintergrund treten kann, wird durch die Rede des US-Präsidenten ausdrücklich klargestellt. Aber auch Angela Merkel ist gespannt auf die Zusammenarbeit mit Obama in Sachen Klimaschutz. “Denn der amerikanische Präsident hat deutlich gemacht, dass die Vereinigten Staaten von Amerika hier eine führende Rolle einnehmen werden” zitiert RP-Online die Kanzlerin. Doch nicht mehr Streit und Aktionismus herrschen mittlerweile bei diesem Thema, sondern Ernsthaftigkeit und Gelassenheit.

Kyoto-Folgeabkommen zum Klimaschutz im Dezember
Noch in diesem Jahr finden die entscheidenden Verhandlungen über das neue Klimaschutzabkommen im Dezember auf einer UN-Konferenz in Kopenhagen statt. Doch es besteht mittlerweile nicht mehr der große Dissenz früherer Jahre. Vielmehr ist in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik eine große Selbstverständlichkeit beim Klimaschutz eingekehrt. Wie schon in der Vergangenheit bei vielen anderen Umweltthemen zieht nach eine Phase des Schwankens zwischen Ignorieren, Ablehnung und aufgeregtem Aktionismus nun der pragmatische Alltag ein: Zu Entscheidungen über nachhaltiges Wirtschaften gehört völlig unaufgeregt, wie es sich bei der Reinhaltung von Boden, Wasser und Luft in den letzten Jahrzehnten europaweit als banale Binsenwahrheit entwickelt hat, nunmehr auch die Vermeidung von CO2. Energieeinsparungen, das Steigern der Energieeffizienz und Einsatz erneuerbarer Energien gehören zum selbstverständlichen Repertoire jedes Entscheidungsträgers sei es in einem Unternehmen oder in einer öffentlichen Einrichtung.

Investitionen in eine nachhaltige Entwicklung
Die Unaufgeregtheit tut der Sache gut. Nachhaltige Investitionen, die die Zukunft der Unternehmen sichern und keine kurzfristigen Gewinnmaximierungen stehen jetzt im Vordergrund. Fast tägliche Nachrichten aus der Wirtschaft, die kaum noch als etwas besonders wahrgenommen werden, sind ein beredtes Beispiel hierfür. Von der Großindustrie bis zur Landwirtschaft wird in den Ausbau erneuerbare Energien investiert.
Auch die Financial Times Deutschland hat sich dieses Themas angenommen und seit Mitte letzten Jahres in einer Serie zu Nachhaltigkeit und Energieeffizienz aufgezeigt, dass umweltschonende Technologien und nachhaltiger Umgang mit Rohstoffen in der Industrie immer wichtiger werden. Die Serie solle einen Überblick über das Potenzial, das “Greentech” in verschiedensten Wirtschaftssektoren und Querschnittsfunktionen darstellt. Gesucht werden zukunftsweisende Lösungen, die effizient Energie sparen und das Klima schonen.
Bundesweit werden durch Kommunen mit den Mitteln des Konjunkturpakets viele energetische Sanierungen und neue effizentere Heizsysteme, wie BHKWs bezahlt. Auch hier sind Entscheidungen für klimaschonende Maßnahmen geradezu trivial und konfliktfrei.

UN -Auszeichnung für nachhaltiges Handeln der Kirche
Bei all’ dieser unaufgeregten Normalität, die beim Klimaschutz eingekehrt ist, geht manches unter, was früher noch einer ausführlichen Betrachtung wert gewesen wäre. Aber es mag auch der großen Einigkeit über alle gesellschaftlichen Gruppen geschuldet sein, dass eine UN-Auszeichung an die beiden großen Kirchen, die sie für nachhaltiges Handeln bekommen haben, wenig Beachtung on den Medien fand. Am 2. April haben die Kirchen von der UN eine Auszeichnung für ein Projekt des nachhaltigen Konsums bekommen, mit dem sie ihre Marktmacht für ökofairen Konsum stärker nutzen wollen. Mit dieser Auszeichnung würdigen die Vereinten Nationen diese Aktion der beiden großen Kirchen in Deutschland, die ihr Einkaufsverhalten künftig noch stärker an Umweltschutz und sozialen Kriterien ausrichten wollen. Bundesweit arbeiten die evangelische uud katholische Kirche derzeit noch in 13 Testregionen, sowie in zahlreichen Modelleinrichtungen gemeinsam an der Veränderung des kirchlichen Beschaffungsverhaltens. Die bundesweite Ausweitung des Projekts ist geplant. Ab Juni 2009 soll es in vielen Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen Aktionswochen „Zukunft einkaufen” geben. „Wir sollten die geballte Macht, die wir als Kunden haben, nicht unterschätzen”, erklärt dazu Präses Alfred Buß, der leitende Geistliche der Evangelischen Kirche von Westfalen: „Wer einkauft, entscheidet mit, wie die Weichen für die Zukunft gestellt werden: ob Wälder abgeholzt, ausbeuterische Löhne weiter gezahlt oder das Klima geschützt und Armut gelindert werden kann. Zwar brauchen soziale Gerechtigkeit, der Umwelt- und Klimaschutz bessere Rahmenbedingungen und eine mutigere Politik, die sich über Handlungsblockaden hinwegsetzt. Wichtig sind aber auch aufgeklärte Konsumentinnen und Konsumenten, die mit ihrem Einkaufsverhalten ökologisch und sozialverantwortlich handeln,” zitiert die Evangelische Kirche von Westfalen in einer Pressemitteilung.

Meilenstein im Klimaschutz
Die Vorbereitung der Klimakonferenz im Herbst ist in vollem Gange. Das zehntägige Treffen in Bonn, das am letzten Sonntag begonnen ist die erste von drei geplanten UN-Konferenzen zur Vorbereitung des Weltklimagipfels. Nachdem nunmehr auch die USA mit dabei sind, viele Wirtschaftsunternehmen nicht mehr so massiv gegen die Klimawissenschaftler schießen und in den Grundfragen großer Konsens besteht, ist auch in der Wissenschaft eine größere Gelassenheit eingekehrt.
In zwei Interviews in der Zeit haben aktuell zwei der bekanntesten Klimaforscher zur aktuellen Situation Stellung genommen, aus denen diese Haltung deutlich wird: Das Brüsseler Klima- und Energiepaket ist nicht perfekt, aber durchaus respektabel. In Sachen Reduzierung von Treibhausgasemissionen und vor allem bei den verbindlichen Zielen zum Ausbau der erneuerbaren Energien ist es sogar das Beste, was es weltweit gibt“, so der Potsdamer Forscher Hans Joachim Schellnhuber.
Zwei Wochen zuvor bemerkte Stefan Rahmstorf nach der Tagung der weltweit führenden Klimawissenschaftler in Kopenhagen nüchtern: Als Wissenschaftler verwende ich den schwammigen und emotionalen Begriff ‘Klimakatastrophe’ selbst nicht. In der Wissenschaft diskutieren wir die Frage nüchterner und konkreter: Wie rasch können wir die globale Erwärmung stoppen? Realistisch möglich ist noch die Begrenzung auf zwei Grad über dem vorindustriellen Temperaturniveau, wie es sich die EU seit vielen Jahren zum Ziel gesetzt hat.”
Dass diese Ziele selbstverständlich für die EU und global weiter auf der Agenda stehen und, wie Professor Schellnhuber es in dem obigen Interview formulierte dass “Nachhaltigkeitspolitik für Frau Merkel kein Potemkinsches Dorf darstellt, welches man nach Bedarf aufbauen und wieder wegräumen kann”, lässt sich am Ende des fünftägigen Gipfelmarathons mit großer Bestimmtheit feststellen.

25. März 2009, 03:16 Uhr

GRÜNViele Metropolen bemühen sich um Ressourcen und Klima schonende Energieerzeugung und -nutzung. Dies ist eine der größten Herausforderungen der Gegenwart und eine Voraussetzung für eine lebenswerte Stadt. Denn die Städte verbrauchen 75 Prozent der Energie und sind für 80 Prozent der Treibhausgase verantwortlich.
Dieser Herausforderung stellt sich das Klimabündnis, dem über 1400 Städte, Gemeinden und Landkreise angehören, u.a. zählen Berlin, Wien, Frankfurt am Main und München zu seinen Mitgliedern. Die unterschiedlichen Bedingungen und Potenziale werden systematisch erfasst, um den CO2-Ausstoß zu bilanzieren, aber vor allem auch Maßnahmenkataloge zu erstellen.

Platz 1 des Katalogs: Bausünden beseitigen
Der Maßnahmenkatalog in Wien nennt sich Energie-Effizienz-Programm. Es wurden für alle Wohngebäude die Sanierungskosten ermittelt und klassifiziert. Auf Grundlage einer daraus entstandenen immensen Datenmenge, die auch den Verbrauch von Haushaltsgeräten, vom Fernseher bis zum Föhn umfasst, wurde eine Liste mit hundert Sparmaßnahmen entwickelt. Wobei diejenigen Projekte höchste Prorität genießen, die möglichst schnell und günstig Energie sparen. Die Beseitigung der Bausünden aus den fünfziger bis siebziger Jahren bekam daher Platz eins. Zu dieser Zeit war das Heizöl so billig, dass bekanntermaßen kaum jemand über solche Dinge, wie Wärmedämmung nachdachte. Dies muss nun nachgeholt werden.

90 Prozent weniger CO2

Auch in München wurden in den letzten Jahren schon viele Maßnahmen zur Energieeinsparung, Effiziensteigerung und zum Einsatz Erneuerbarer Energien umgesetzt. Jetzt wurde vor einigen Tagen im Münchhauser Rathaus zum ersten Mal eine Studie vorgestellt, die das Gesamtpotenzial der Verringerung des CO2-Ausstoßes einer Großstadt wie München ermittelt hat. Der grüne Bürgermeister Hep Monatzeder hat zusammen mit den Wissenschaftlern von Siemens und dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie (WIKUE) die Studie München – Wege in eine CO2-freie Zukunft. Nach dieser könne bis Mitte des Jahrhunderts eine Großstadt wie München seine CO2-Emissionen um fast 90 Prozent reduzieren. Dabei käme es für die Bewohner zu keinen Einschränkungen der Lebensqualität.

Vorsorge für die Nach-Erdölzeit
Das ehrgeizigste Vorzeigeprojekt befindet sich aber in einer auf den ersten Blick überraschenden Region: Auf der arabischen Halbinsel. Das Emirat Abu Dhabi, das zu den Vereinigten Arabischen Emiraten gehört hat gerade fast zwei Milliarden Euro in eine Beteiligung am Autokonzern Daimler investiert. Doch das Emirat erhofft sich nicht nur Gewinne, es sorgt vor allem in einer wohl durchdachten Strategie für die Zeit nach dem Ende des Erdölszeitalters vor, das ihm seinen Wohlstand ermöglicht hat.
Das erklärte Staatsziel von Abu Dhabi ist es, den Öko-Sektor massiv auszubauen. Im Jahr 2020 soll ein Fünftel des Energiebedarfs des Emirats aus regenerativen Quellen kommen. Zu diesem Ziel passt es, dass Daimler mit dem Kapital aus der Beteiligung ermöglicht wird, die Entwicklung von Elektromobilen massiv voranzutreiben. Diese sollen dann auch in einer CO2-neutrale Stadt für zumindest 50.000 Menschen in dem Emirat rollen, die die staatliche Firma Masdar derzeit baut. Wobei in ihr vollständig auf private PKWs verzichtet werden soll.

Die Grüne Stadt
Das Projekt „Grüne Stadt“ bei der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate wird seit 2007 geplant und am 9. Februar hat der Bau begonnen. Zwischen dem Flughafen Abu Dhabis und der Chalifa City erstreckt sich das rund sechs Quadratkilometern Gebiet mit Wohnungen für 50.000 Menschen und Arbeitsplätze für 90.000. Die Kosten der Errichtung von Masdar-City sollen sich auf 22 Milliarden US-Dollar belaufen. Die Stadt wird ausschliesslich mit erneuerbaren Energien betrieben werden und ohne Abfall und ohne Ausstoss von Kohlendioxid auskommen.
Damit aber nicht genug: Denn in der „Grünen Stadt“ soll die Forschungseinrichtung „Masdar Institute of Science and Technology“ angesiedelt weden, welche in eng mit dem „Institute of Technology“ in Massachusetts zusammenarbeit. Diese Modellstadt soll das kreative Zusammentreffen von Politikern, Investoren, Wissenschaftlern und Studenten in einer außergwöhnlichen und anregenden Umgebung, die Entwicklung von Ideen und Visionen ermöglichen, mit dem einen großen Ziel: Die Weiterentwicklung der regenerativen Energien für die Zeit ohne Erdöl.

Das Berlin der Zukunft
Die grundsätzliche Frage, wie eine Großstadt nachhaltig Ressourcen und Klima schonend mit Energie versorgt werden kann, stellt sich die ZEIT. In ihrem WISSEN-Magazin versuchen die Autoren am Beispiel Berlins zu ergründen, wie man eine Millionenstadt am besten mit Strom und Wärme versorgt. Dies ist ein Teil von vier Dossiers zu dem Thema wie sich die Berliner eine ideale Stadt ausmalen.
Mit vielen Praxisbeispielen wird unterfüttert, wie der Energiehunger einer Metropole gestillt werden kann. Kohle gehört offenbar nun nicht mehr dazu, nachdem vor zehn Tagen Vattenfall nach einer jahrelangen Diskussion seine Pläne für ein Großkraftwerk auf Steinkohlebasis am Standort Klingenberg im Bezirk Lichtenberg aufgeben hat. Der Konzern setzt nun bei der Berliner Energieversorgung auf kleinere und effizientere Lösungen und will mit dem Senat eine Klimaschutzvereinbarung abzuschließen. An dem geplanten Standort entstehen nun kleinere Kraftwerke, die mit Gas und Biomasse befeuert werden sollen. Dies passt dem Berliner Senat besser in das Energiekonzept für das Land, das derzeit erstellt wird. Ende Mai will er ein Leitbild zur Energiepolitik der kommenden Jahre vorlegen und Ende des Jahres schließlich dann das endgültige Konzept.

28. Februar 2009, 23:58 Uhr

Landrat Robert Fischbach eröffnet das Kommunale Energieforum 2008

Nach dem Ende der Hochpreisphase für Agrarprodukte beschäftigen sich Landwirte wieder zunehmend mit Energieprojekten. Zu einer Versammlung der Ortslandwirte und des Gebietsagrarausschusses in der Lahnfelshalle Lahntal-Goßfelden bei Marburg Ende Februar kamen 180 Besucher. Der Landkreis Marburg-Biedenkopf möchte bis zum Jahr 2040 unabhängig von fossilen und atomaren Energieträgern zu werden. Das Ziel ist 100% Erneuerbare Energie. Die Landwirte nehmen dabei eine bedeutende Rolle ein. Das Kompetenzteam Erneuerbare Energien ist im Fachbereich Ländlicher Raum der Kreisverwaltung angesiedelt.

Erneuerbare Energien sind Chance für die Landwirtschaft
Ein Schwerpunkt der Ortslandwirteversammlung bildete daher das Thema “Erneuerbare Energien”. Der Vortrag von Michael Diestel vom Bayerischen Bauernverband und Gründer von Agrokraft auf großes Interesse, der zum Thema
„Erneuerbare Energien – Das Potenzial Gemeinschaft“ referierte. Der Geschäftsführer des Kreisverbands Rhön-Grabfeld erläuterte mehrere tragfähige Projekte mit erneuerbaren Energien, die von Landwirten und Bürgern gemeinschaftlich umgesetzt werden. Zu der großen Chance für die Landwirtschaft seien die Bedrohung durch den Klimawandel sowie die aktuelle Wirtschaftskrise weitere Motivationen. Derzeit werde wohl Geld sicherer in einem heimischen Acker oder einer Photovoltaikanlage angelegt, als in einer nordamerikanischen Immobilie.

Zum Nutzen der Region
Die Projekte haben Ihren Charme in der Ortsnähe: Die Ersparnisse werden zum eigenen wie zum Nutzen der Region in heimischen sinnvollen Projekten angelegt. Die produzierte Energie hauptsächlich in der eigenen Region verbraucht. Die Agrokraft GmbH wurde aus dem Bayerischen Bauernverband heraus gegründet und hat mit 100 Gesellschaftern das erste Bürgersolarkraftwerk in Großbardorf mit 1,8 Megawatt Leistung und in einem Investionsvolumen von 7,6 Mio Euro errichtet. Inzwischen wurden viele weitere Projekte erfolgreich umgesetzt. Dazu wurde im vergangenen Sommer die Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Energie-Genossenschaft gegründet. Sie dient dazu Projekte realisieren zu können, die als Einzelprojekt zu klein sind, wie Photovoltaik-Dachanlagen und kleinere Wasserkraftwerke. “Das konte nur so gut gelingen, weil hier viele Menschen an einem Strang ziehen”, so der Agraingenieur Michael Diestel.

Praxisbeispiele überzeugen

Vielen Landwirten genügen solch allgemeine Informationen nicht mehr. Das Kompetenzteam bietet ihnen vielfältige Unterstützung bei der Realisierung von Projekten der Erneuerbaren Energien. Dies ist auch nach Erfahrung Michael Diestels geboten: „Die Menschen haben kein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsproblem. Sie wollen sich für Umweltschutz einsetzen, wissen aber oft nicht, wie. Dafür bieten solche Projekte Gelegenheit.“ Mit Exkursionen zu Praxisbeispielen und Fachvorträgen zu einzelnen Anlagentechniken.

Energetische Nutzung regional verfügbarer Roh- und Reststoffe
Am letzten Freitag informierten sich etwa 30 Landwirte bei einer solchen Veranstaltung über die Trockenfermentation. Hier wird im Gegensatz Erzeugung von Biogas in der Nassfermaention mit zumeist Mais, Biomüll und nachwachsende Rohstoffe in geschlossenen Stahlbetonräumen anaerob umgesetzt. Ziel ist selbstverständlich auch hier die Erzeugung von Biogas und dessen Verwertung in einem Blockheizkraftwerk zu Strom und Wärme. Aber in einer Feststoffvergärungsanlage kann bis auf wenige Ausnahmen jedes biogene Material vergoren werden. 2001 wurde das Unternehmen Bioferm, das sein Verfahren den Landwirten vorstellte anlässlich der AGRITECHNICA 2001 für die Entwicklung ihrer Feststoffvergärungsanlage mit dem Innovationspreis der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft e.V. in Silber ausgezeichnet.

Unterstützung bei konkreten Projekten
Im Anschluss präsentierte Dipl. Ing Auke Lootsma die Konzepte des Witzenhausen-Institut zur energetischen Nutzung regional verfügbarer Roh- und Reststoffe. Sie unterstützen die Interessenten bei der Umsetzung ihrer Anlagen von der Erarbeitung der Konzeption bis zu Vertrags- und Genehmigungsunterlagen. Die Unterstützung bezieht sich sowohl auf Holzheizwerke für die Wärmeversorgung von Gebäuden und Biogas für Kraft-Wärme-Kopplung als auch auf industrielle Prozesswärme verbunden mit Stromerzeugung aus Sekundärbrennstoffen oder Bio-Kraftstoffe.

Podiumsdiskussion zur Solarmesse
Auch die inzwischen im Landkreis schon traditionelle Solarmesse 2009, die 5. Regionalmesse für Erneuerbare Energien widmet sich dem Ziel des Landkreises, bis 2040 die Energie 100% Erneuerbaren Quellen zu erhalten. Volker Carle, Cölbes Bürgermeister lädt am Donnerstag, den 7. Mai um 19:00 Uhr zu einer Podiumsdiskussion in die Gemeindehalle Cölbe. Es diskutieren prominente Vertreter der Region aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik die Fragen: “Wie sieht die effiziente, nachhaltige Energieerzeugung und -nutzung im Jahre 2040 aus? Was muss getan werden, um das 2007 beschlossene Ziel des Landkreises zu erreichen, bis zum Jahr 2040 unabhängig von fossilen und atomaren Energieträgern zu werden.” Zwei Tage später am 9. Mai öffnet dann die Solarmesse 2009 zum fünften Mal für zwei Tage ihre Pforten im Haus am Wollenberg in Sterzhausen. Das Interesse am Thema ist riesig. Die Halle war schon 3 Monate vor der Messe weitgehend ausgebucht.

18. Februar 2009, 08:40 Uhr

Heute wird im Bundesrat das größte Konjunkturpaket der Nachkriegszeit beschlossen. In den USA hat das größte InvestitiIons-programm aller Zeiten vor einigen Tagen die parlamentarischen Hürden genommen. Angesichts der Finanzkrise und der daraus entstehenden globalen Rezession nutzen die Staaten und ihre Organisationseinheiten den Ausnahmezustand nun lange Versäumtes nachzuholen. Bis hin zur kleinsten Kommune wird die Infrastruktur auf brachliegendes Potenzial abgeklopft. Davon profitieren vor allem die Wirtschaftsunternehmen, die auf Nachhaltigkeit setzen.

Erneuerbare schieben Konjuktur an
Eine nachhaltige effiziente Energieerzeugung und -nutzung haben nahezu alle Regierungen der großen Wirtschaftsnationen auf ihrer Agenda, auch diejenigen die seit kurzem zu den G7 aufgeschlossen haben, wie Brasilien, Indien und nicht zuletzt China . Nach langen Jahren der Blockade sind nun mit Beginn der Obama-Regierung auch die USA dabei. Selbstverständlich sollen überall zusammen mit einer effizienteren Energienutzung die Erneuerbaren Energien den allergrößten Teil der Energieversorgung sichern. In allen Szenarien stellen effizientere Kraftwerke mit fossilen Energieträgern und neue Kernkraftwerke Übergangstechnologien dar. Die Akquise der nötigen Finanzmittel auf dem Kapitalmarkt ist daher bei allen dieser Projekte neben dem Widertand aus der Bevölkerung die größte Hürde.
Ohne Finanzmittel oder Bürgschaften der öffentlichen Hand kommt kaum eines der Großprojekte aus. Der Steuerzahler muss mit verbilligten Krediten aushelfen und die Risiken für die Energiewirtschaft minimieren. Hiervon profitierte bisher der französische Staatskonzern EdF bei seinen Großprojekten und konnte sich eine hohe Verschuldung von 24,5 Mrd € leisten, was aber von Analysten zunehmend kritisch bewertet wird.
Die bayrische Landesbank ist beispielsweise an einem Konsortium beteiligt, das dem Betreiber des neuen finnischen Atomkraftwerks einen Kredit in Höhe von 1,95 Mrd € zu einem Zinssatz von 2,6 % gewährt hat. Die Landesbank hatte schon im März 2008 bekennen müssen, dass sie stark von der Finanzkrise betroffen ist und wollte als erste Großbank unter den Rettungsschirm des Bundes. Andere Investoren lehnen bei Investitionen in Großprojekte dankend ab, wenn Ihnen nicht umfassende staatliche Garantien gegeben werden, also der Steuerzahler den Kopf hinhält. Das Geld vieler Investoren fließt woanders hin. Sie können schneller und sicherer mit Erneuerbaren Energien Rendite erwirtschaften.

Das Ende der Blockade
Wie üblich heißt es in Amerika nicht kleckern, sondern Klotzen: Bis zu 150.000.000.000 Dollar werden mit dem Konjunkturpaket der US-Regierung für Umwelt und Erneuerbare Energien ausgegeben. Alle Unternehmen, die sich mit ihren Innovationen lange gegen den Widerstand der US-Regierung am Markt und auch gegen die Junk-Science-Veröffentlichungen konservativer Think-Tanks behaupten mussten, können nun endlich mit ganzer Kraft durchstarten. Was diese öffentlichen Investitionen weltweit für einen Schub an den Aktienmärkten auslösen werden, lässt sich derzeit noch kaum erahnen. Zum dreckigen Dutzend der Kapitalvernichter gehören vor allem Finanz-, IT- und Unterhaltungstitel, während Analysten für Unternehmen der Erneuerbare Energien erwarten, dass sie gestärkt aus der Krise hervorgehen. Auch auf der Jahreskonferenz der UN-Umweltorganisation UNEP wird die Frage diskutiert inwieweit sich die Wirtschaftskrise am Ende sogar als förderlich für die Klima- und Energiepolitik erweisen könnte?
CO2-neutral
Während die globale Wirtschaft durch milliardenschwere Konjunkturpakete angeschoben wird, beobachten die Antarktis-Stationen was das zusätzliche CO2 aus fossilen Energieträgern in unseren hauchdünnen Hülle um den Erdball bewirkt. Heute wird nicht nur das zweite Konjunkturpaket beschlossen, sondern auch die neue deutsche Antarktis-Station Neumayer III des Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (Bremerhaven) eingeweiht. Sie wird durch ein BHKW und Windkraft mit Energie versorgt. Nach und nach soll mehr Strom aus Windkraft hinzukommen.
Die belgische Antarktis-Station ist da schon ein Stück weiter. Das Gebäude ist ein Passivenergiehaus im Eis und soll trotz der eisigen Temperaturen ohne Heizsystem auskommen. Zudem wird Trinkwasser aus Schnee gewonnen, das Abwasser gereinigt und wieder verwendet. Den Strom für die 21 Millionen € teure Station liefern Sonne und Wind.
28. Januar 2009, 06:22 Uhr

Derzeit treffen nahezu stündlich neue Meldungen zu Klimawandel Gespeicherte Sonnenenergie - Eine der vielen Spielarten der Erneuerbaren Energien!und Erneuerbare Energien ein. Nur es sind nicht Katastrophen-meldungen, sondern inmitten der Wirtschaftskrise positive Nachrichten, Erfolgsmeldungen und das worauf derzeit so viele hoffen: Konjunkturimpulse! In diesem Sektor ist eine beispiellose Dynamik entstanden. In Erneuerbare Energien zu investieren wird weltweit als Chance begriffen, um neue Investitionen anzustoßen und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu verringern, die einen erheblichen Beitrag am wirtschaftlichen Desaster geleistet haben.

Wenn nicht jetzt, wann dann
Dies hat auch die neue US-Regierung erkannt. Für Barack Obama ist die Abhängigkeit des Landes von ausländischem Öl eine der größten Bedrohungen. Dazu kämen die Gefahren durch den Klimawandel, der zu gewalttätigen Konflikten, Stürmen, untergehenden Küsten und Katastrophen führen könne. “Amerika wird sich nicht zur Geisel von schwindenden Ressourcen, feindlichen Regimes und einem sich aufheizenden Planeten machen”, so Obama bei der Bekanntgabe der Anweisung an die Umweltbehörde EPA, das Verbot zu überprüfen, nach dem die US-Bundesstaaten keine eigenen Höchstwerte für den Schadstoffausstoß festlegen dürfen. Darum hatte unter anderem Gouverneur Schwarzenegger gebeten.
Der Automobillobbyist Ferdinand Dudenhöffer meinte in einem Interview dazu, dass Obamas Vorstoß “zukunftsweisend und richtig” sei und die Investitionsblockade in den USA auflösen werde. “Das wird auch ein großer Vorteil für die deutschen Premiumhersteller sein, weil die mit der Umwelt- und Spritspartechnik sehr gut gerüstet sind.” Obama sei “der große Wurf gelungen, der die Umwelt nach vorne bringt”, so Dudenhöffer. Hingegen befinde sich Bundeskanzlerin Merkel eher auf der Linie von Obamas Amtsvorgänger, da sie die Klimaziele auf 2015 verschoben habe.

USA wollen zurück in die Vorreiterrolle
Die Ernennung des Juristen und ehemaligen Beraters von Bill Clinton Todd Stern zum Klimaberater, gilt als weiteres Signal dass die neue US-Regierung es ernst meint mit dem Klimaschutz. In den Verhandlungen zur Begrenzung der Treibhausgasemissionen will sie nunmehr eine Vorreiterrolle übernehmen.
Nicht nur die Verringerung der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern ist ein wichtiges Kriterium für sofortige Investitionen, es lohnt sich auch anstelle späterer und teurerer Reparaturen. Zu diesem Ergebnis kam der britische Ökonom Nicholas Stern in einer Studie für die britische Regierung schon 2006. Nunmehr wurde in Brüssel eine Studie der Unternehmensberatung McKinsey von Stern gemeinsam mit EU-Umweltkommissar Stavros Dimas vorgestellt, die zum gleichen Ergebnis kommt.

Weltklimastudie zeigt wirtschaftliche Vorteile auf
Vor kurzem hatte die EU einen Bericht zum Klimawandel vorgestellt, in der regionale Auswirkungen in Spanien untersucht werden. Diese gehört zu einer Reihe von Studien, mit der die Klimafolgen weiter spezifiziert werden, da diese Fragen zunehmend bedeutsam für die Volkswirtschaften in der EU werden. Neun von zehn Katastrophen, die seit 1980 in Europa passierten, weisen einen Bezug zum Klimawandel auf und sind zudem für 95% der wirtschaftlichen Schäden verantwortlich.
In der Weltklimastudie von McKinsey wurde nun errechnet, dass eine Wende hin zu einer klimafreundlichen Weltwirtschaft pro Jahr zwischen 150 und 400 Milliarde Euro kosten würde. Diess sei weniger als ein Prozent des globalen Bruttoinlandsproduktes und bedeute, dass für jede durch Menschen erzeugte Tonne Kohlendioxid (CO2), Zusatzkosten von vier bis zehn Euro. Diese seien tragbar und zudem geringer als erwartet. Vor allem aber lägen sie niedriger als die Kosten eines ungebremsten Klimawandels.
Nach verschiedenen Studien von Versicherern, Wirtschaftsinstituten und vom WWF können die volkswirtschaftlichen Schäden eines ungebremsten Klimawandels langfristig fünf bis 20 Prozent des globalen Bruttoinlandsproduktes aufzehren.

Investitionen in Erneuerbare Energien
Die Autoren der McKinsey-Studie listen 200 Vorschläge auf, wie die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 40 bis 70 Prozent gegenüber 1990 gesenkt werden könnten. So reduziere die verstärkte Nutzung der Erneuerbaren Energien die CO2-Emissionen 2030 um 14 Milliarden Tonnen pro Jahr. 30 Prozent des Strombedarfs könnten bis 2030 aus Erneuerbaren Energien gedeckt werde. Weiteres Potenzial in ähnlicher Höhe liege in der Land- und Forstwirtschaft und einer besseren Energieeffizienz.
Schon seit vielen Jahren werden in Deutschland private Investitionen in Erneuerbaren Energien und in Wärmedämmung in verschiedenen KfW-Programmen gefördert. Doch in vielen Bundesländern wurde das Potenzial bisher nicht erkannt. Das Bundesland mit den meisten Banken, in dem auch die Kreditanstalt für Wiederaufbau ihren Sitz hat, Hessen liegt an vorletzten Stelle. Mit Abstand die meisten aller Mittel des KfW-Programms „Erneuerbare Energien“, nämlich 35 Prozent fließen nach Bayern. “Die Bürger in Bayern haben früher als andere die hohe Bedeutung erneuerbarer Energien zum Schutz der Umwelt und auch des eigenen Geldbeutels erkannt”, wie der stellvertretende Landesvorsitzende des Arbeitskreises „Umweltsicherung und Landesentwicklung“ der CSU erfreut feststellt.

Doch das wirkliche Wachstum bei den Erneuerbaren Energien findet außerhalb Deutschland statt. Die Aufbruchstimmung in den USA, die wie so oft nicht zögerlich an etwas herangehen, wird einen neuen, bisher ungeahnten Schub auslösen. Deutschland und Europa müssen sich sputen, wenn sie nicht wieder die Rolle des staunenden Beobachters einnehmen wollen. Das, was hier entwickelt wurde, könnte sonst wieder einmal vor allem wo anders für viele neue Arbeitsplätze und Wohlstand sorgen.

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