Klimawandel fordert Millionen Tote

Extremwetterereignisse haben in diesem Jahr auch bei uns in Mitteleuropa hunderte Tode gefordert, weniger schlagzeilenträchtig waren es in fernen Ländern, wie in Südostasien tausende. Studien zeigen, dass es bis 2100 zehntausende Extremwetter-Tote in Europa geben wird.

Doch dies könnten nicht mal die größten Opfer sein. Luftverschmutzung, Hitze, Krankheiten und Nahrungsmangel fordern nicht nur Tribut vom Menschen sondern von der ganzen Natur. Und dies nicht irgendwann in der Zukunft, sondern der Klimawandel wirkt sich bereits erheblich auf die Gesundheit der Menschen aus, wie aktuelle Studien aufzeigen (s. WELT).

So gehört die Mücke Aedes aegypti, die das Dengue-Virus überträgt, zu den Gewinnern der Erderwärmung. Sie führt in schweren Fällen zu Schockzuständen und Blutungen, die tödlich enden können. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass 50 bis 100 Millionen Menschen weltweit jährlich am Dengue-Fieber erkranken. Manche Studien gehen sogar von bis zu 400 Millionen Infektionen aus, wie die ZEIT in einem Artikel schon 2014 berichtete.

In einer aktuell veröffentlichten Studie von 24 Institutionen, darunter die Weltgesundheitsorganisation sowie die Weltorganisation für Meteorologie, wird vorausgesagt , dass die Infektionsraten mit dem fortschreitenden Klimawandel weiter steigen könnten (Lancet, Watts et al., 2017). Derzeit sind es bereits über 100 Länder, in denen sich Menschen regelmäßig infizieren, 10x mehr als vor 5 Jahrzehnten.

Und das sei noch nicht die größte klimabedingte Gesundheitsgefahr. Aufgrund der ansteigenden Temperaturen sollen sich laut dem The Lancet Countdown on Health and Climate Change Ernteverluste häufen. Damit droht gerade in den Regionen mit hohem Anteil an Selbstversorgern Unterernährung. Schon jetzt finden durch den Klimawandel mit begründete große Flucht- und Wanderungsbewegungen statt. (s. auch „Klimawandel und Flüchtlinge“ von 2015).

Die jetzt schon vor Verteilungskämpfen und Hunger als Wirtschaftsflüchtlinge diskriminierten Menschen vor allem aus Afrika, die von den Stacheldrähten und dem Meer aus Europa ferngehalten werden, sind da erst der Anfang. Die immer stärker werdenden nationalen und persönlichen Egoismen werden entgegen den ethischen Übereinkünften, die in religiösen und philosophischen „Goldenen Regeln“, in Menschenrechts- und  Flüchtlingskonventionen festgehalten sind, zunehmend humanitäre Katastrophen münden, wenn nicht wieder Vernunft in die europäischen Regierungen einzieht.

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