Globale Verantwortung: Klimawandel und Flüchtlinge

Die meisten Menschen wollen in Ihrer Heimat bleiben. Selbst wenn diese durch Krieg, Trockenheit oder Überschwemmungen lebensfeindlich geworden ist, fliehen sie meist nur in die nächste sichere Region und hoffen auf eine Rückkehr. Das stellen die Vertreter der Hilfsorganisationen immer wieder fest. Drei Prozent der Weltbevölkerung sind auf der Flucht. Dabei ändert sich dieser Anteil kaum, doch müssen immer mehr Menschen wegen Klimaveränderungen und Extremwetterereignissen, sowie den Folgen Hunger und gewaltsamen Verteilungskämpfen fliehen. Diese heißen dann aber meist Wirtschafts- oder Armutsflüchtlinge.

In den letzten Jahren ist die Häufung von Jahrhundertereignissen beim Extremwetter augenfälliug geworden. Aktuell (9.9.2015) leidet Japan unter Überflutungen. Wir hatten solche in diesem Jahr in allen Teilen der welt auch in Europa, in Deutschland und seinen Nachbarländern. Aber genauso mehrere extreme Hitzewelle mit örtlichen Allzeitrekorden. Abgesehen von den persönlich harten Einzelschicksalen kommen Japan, USA und Westeuropa als Gesamtgesellschaften mit den Folgen dieser Extreme zurecht. Andere Regionen der Welt weniger.

Vor dieser Entwicklung haben Experten schon vor Jahrzehnten gewarnt. Zusätzlich zu Klimaveränderungen und Extremwetterereignissen, heizen die Wirtschaftnationen die Konflikte an, indem den Ärmeren die Wirtschaftsgrundlage entzogen wird, sie aufgrund Freihandelsabkommen Importe von Überproduktionen und Altkleider zulassen müssen und als Billiglöhner unsere Abfälle sortieren, sowie neue Rohstoffe heranschaffen dürfen. Dazu liefern wir dann noch die Waffen für die Verteilungskämpfe, die zum Teil unter dem Deckmantel von Glaubenskriegen ausgefochten werden.

Wir müssen nicht nur die Verantwortung für die Folgen unseres Tuns, die Aufnahme von Flüchtlinge, sondern auch die der Ursachen übernehmen, den Klimawandel, falsche Handelsregelungen und Waffenlieferungen. Der Weltklimakongress in Paris Ende 2015 könnte zumindest auf lange Sicht etwas dazu beitragen.

In diesem Jahr war die kombinierte Durchschnittstemperatur über globale Land- und Ozeanoberflächen im Juli die höchste seit Beginn der Aufzeichnung, fast 1° über dem  Ddurchschnitt des letzten Jahrhunderts von 15,8°C. (60,4 ° F ) und übertraf damit den bisherigen Rekordsatz im Jahr 1998 um 0,08 ° C (0,14 ° F).

In Europa verzeichnete Österreich den heißesten Juli seit Beginn der nationalen Aufzeichnungen im Jahre 1767. Die Durchschnittstemperatur 3,0°C höher als im Vergleichszeitraum von 1981 bis 2010.  In einigen Städten, wie Innsbruck, Linz und Klagenfurt wurden Hitzrekorde verzeichnet.

Ähnlich war es Frankreich mit dem drittwärmsten Juli seit Aufzeichnung und den Niederlanden und Südengland mit ungewöhnlich hohen Juli-Temperaturen zu Beginn des Monats. Auch in Norwegen und Schweden waren es nur die südlichen Regionen. Im Norden war es eher undurchschnittlich warm.

Über den Nahen Osten hatte sich im Juli eine Hochdruck-Kuppel gebildet, die den  extremsten Hitzewert der Welt am 31. Juli 2015 verzeichnete.In der Stadt Bandar Mahshahr wurde eine Lufttemperatur von 46°C vermeldet, was in Kombination mit einem Taupunkt von 32°C einen Hitzeindex auf 74°C  ergibt. Der bisher höchste bekannte Hitzeindex von 81°C wurde in Dhahran, Saudi-Arabien am 8. Juli 2003 ermittelt.

Für die Ozeane lag im Juli die globale Meeresoberflächentemperatur 0,75°C über dem Durchschnitt  des 20. Jahrhunderts von 16,4°C. Die 10 höchsten monatlichen Abweichungen vom langjährigen Durchschnitt der Ozeane-Temperatur liegen alle in den vergangenen 16 Monaten seit April 2014.

Dies sind nur einige der alarmierenden Werte am Beispiel des Monats Juli. Weiter, wie der wieder erstarkende El Ninjo, der Meereisrückgang und weitere weltweite Extremwetterereignisse lassen es umso dringlicher werden, dass gehandelt wird. Weitere Analysen und Informationen bietet das  Nationale Wetterdatenarchiv der USA. Über die Entwicklung von Flucht und Vertreibung, sowie die Rolle des Klimawandels informiert Migrations-Expertin Sophia Wirsching von Brot für die Welt in einem Interview.

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