3. Juni 2010, 19:38 Uhr

Innerhalb der Gemeinde der sogenannten Klimaskeptiker ist die Methode der gezielten Auswahl von Daten sehr beliebt. Hinsichtlich des gewünschten Ergebnisses werden Daten nach Zeitabschnitten, Regionen oder sonstigen Kriterien selektiert und die Aussagen verallgemeinert. Das gewünschte Ergebnis, sei es bei gobalen oder regionalenTemperaturen oder bei Meereisschmelzkurven, dient als Beleg für das eigene Dogma. Nunmehr ist eine in den letzten Jahren sehr beliebte Selektion der Zeitreihen für die globale Erwärmung weggefallen. Zumindest wird es deutlich schwieriger, sie künftig als Beleg für klimaskeptische Aussagen anzuführen.

Selektive Wahrnehmung

Die einen wenden die Methode der gezielten Datenauswahl an, da sich der nicht wissenschaftlich geschulte Empfänger der Botschaft, unter dem auch so manch Journalist ist, von der scheinbar so überzeugenden Beweisführung beeindrucken lässt.  Der andere glaubt an seine selbst zusammengestellten Belege. Seine selektive Wahrnehmung lässt es gar nicht zu, an dieser Beweisführung zu zweifeln, denn schließlich bestätigt sie ja das, was er auch zuvor schon glaubte.

Fallende Temperaturen

In den letzten Jahren konnte eine zumindest stagnierende, bei richtiger Auswahl des Datensatzes gar ein fallender Temperaturtrend konstruiert werden. Wichtig war natürlich bei der jeweiligen Temperaturreihe zum richtigen Zeitpunkt zu starten. 1998 gabe es einen Zeitpunkt zu dem alle vier wichtigen Datensätze von GISS, HADCRUT, UAH und RSS einträchtig ein Maximum lieferten.

Als in den Folgejahren die ein oder andere Temperaturreihe schnell wieder neue Rekorde lieferte, war es ein Leichtes auf eine andere auszuweichen und die jeweilig andere zu diskreditieren: Unseriöse, interessengeleitete Wissenschaftler und was es sonst die Suche nach Angriffspunkten hergab.  Das völlig unwissenschaftlich Äpfel mit Birnen verglichen wurden, nämlich unterschiedliche Verfahren, Messmethoden und Algorithmen störte dabei wenig. Vor allem aber, dass die wichtigste Aussage, nämlich der langfristige Trend, bei dem zumindest eine Zeitreihe von 30 Jahren herangezogen  werden sollte, um eine Aussge über globale Erwärmung treffen zu können, bei allen letztlich gleich ist, interessierte die sogenannten Klimaskeptiker wenig.

Steigende Temperaturen

Nunmehr sind seit 2008 die Temperaturen, genauer der globale Durchschnitt der Abweichungen von langfristigen Mittelwerten, wieder am steigen, so dass es selbst bei der beliebten Datenselektion einen ansteigenden Trend gibt. Ungewöhnlich ist es natürlich nicht, wenn man sich die Gesamtentwicklung über die Jahrzehnte ansieht. Immer wieder gibt es starke Rückgänge, wie starke Anstiege.  Aber letztlich blieb in den letzten hundert Jahren immer in der Gesamtschau ein Anstieg übrig, außer man schaut durch eine nach eigenem Wunch gefärbte Brille.

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Bisher 3 Kommentare zum Artikel

  1. Pingback von Readers Edition » Früher war mehr Lametta

    [...] Nun lässt sich ein beliebter statistischer Kunstgriff anwenden. Obwohl, Kunst ist ja zuviel gesagt, da dies eigentlich ein recht banaler Trick ist: Statt eine hinreichend große Datenmenge, beispielsweise eine für eine statistisch signifikante Aussage genügend lange Temperaturzeitreihe zu verwenden, also um eine ausreichendes  Konfidenzintervall zu erreichen, nehme man einen kurzen ausgewählten Abschnitt. Das Ergebnis sind dann eben keine statistisch signifikanten Aussagen.  Dies ist eine Spielart der beliebten Datenselektionen von sogenannten Umwelt- oder Klimaskeptikern. [...]

  2. Pingback von mYen - Meinel Energy Consult

    [...] nehmen. Das Ergebnis sind keine statistisch signifikanten Aussagen.  Dies ist eine Variante der beliebten Datenselektionen von sogenannten Klimaskeptikern. Es ist dann nicht falsch zu sagen, es gibt keinen Beleg dafür, dass es wärmer oder kälter wird, [...]

  3. Pingback von Readers Edition » Beliebte Datenselektion fällt weg

    [...] mYen.eu/Michael Meinel 2010, Grafiken: [...]



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