Wasserkraft in Hessen fördert Artenvielfalt

Moderne Kleinwasserkraftanlagen schützen Fische und erleichtern die Durchgängigkeit. Die Mühlgräben bieten Rückzugräume gerade in den durch den Klimawandel häufigeren Trockenperioden. Die Potenziale vor allem der wenigen noch verbliebenen Standorte sind noch nicht erschöpft. An der Uni Kassel wurden die Potenziale sytematisch ermittelt. Doch derzeit befürchten viele Mühlbauer ein drittes staatlich verordnetes Mühlensterben.

Im Rahmen des Faktenchecks der Bürgerforen des Landes Hessen wurde ein ganzes Bündel von Maßnahmen vorgestellt, wie gewässerökologische Eingriffe von Querbauwerken und Wasserkraftnutzung reduziert werden können. „Hierzu gehören die Wiederherstellung der Durchgängigkeit durch den Bau von Fischaufstiegsanlagen, eine Verringerung des Rechenabstandes, der Einbau von Leitrechen und Lockströmungen um Fische zu Bypässen bzw. Fischabstiegen zu leiten, die Verbesserung des Sediment- und Geschiebetransportes und die Strukturierung von Ausleitungsstrecken sowie die Festlegung der Mindestwassermenge für Ausleitungskraftwerke“.

Ambitionierte Bauer moderner Wasserkraftanlagen haben hier schon beste Ergebnisse erzielt. Währenddessen haben die Betreiber von großen Wasserkraftanlagen u.a. am Main bisher noch nichts für ökologische Verbesserungen geleistet. Und Industrieunternehmen und Kläranlagen leiten weiter ungehinderte hunderte zum großen Teil nicht untersuchte Schadstoffe ein.

Wenn sich tatsächlich diejenigen in der Landesregierung durchsetzen, die einen weiteren Abbau von Wehren wollen, entfallen u.a. die Rückzugräume für Fische in den Mühlgräben. Die Lahn war einer der fischreichsten Flüsse, als es noch alle paar Kilometer eine Wassermühle gab. 1951 gab es in Hessen noch 1.504 Getreidemühlen, 1995 nur noch 28 gewerblich Mühlen. 1957 wurde ein Mühlensterben staatlich verordnet. Nun befürchten die Hessischen Betreiber von Wasserkraftanlagen, organisiert in der Arbeitsgemeinschaft Hessischer Wasserkraftwerke, ein vom Land Hessen verordnetes drittes Mühlensterben, ohne damit einen spürbaren ökologischen Nutzen zu erreichen.

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