Klimawandel gefährdet unseren Wald extrem

Wer mit wachen Sinnen durch unsere Wälder geht oder gar einen Blick von oben auf diese hat, kann die Folgen von Dürre und Hitze, sowie die zunehmenden Schäden durch den Borkenkäfer sehen. André Schulenberg von HessenForst fasste dies in der Hessenschau Ende April mit drastischen gleichwohl nüchternen Worten so zusammen: „In den hessischen Wäldern spielt sich als Folge der extremen Dürre im letzten Jahr derzeit eine Tragödie ab.“

Keinesfalls ist dies auf unsere Region oder nur auf dieses Jahr beschränkt. Der Waldzustandsbericht von Baden-Württemberg dokumentiert immense Schäden durch den Klimawandel. Rund 38 Prozent der Wälder gelten dort als deutlich geschädigt. Wissenschaftler der Humboldt-Universität in Berlin haben 24.000 Satellitenbilder aus der Zeit von 1984 bis 2016 ausgewertet. Sie stellten fest, dass die Baummortalität in den letzten 30 Jahren stark angestiegen ist. „Winterstürme und Borkenkäfer, welche sich durch die warmen und trockenen Bedingungen rasch vermehren, verursachen großflächige Baummortalität. […] Das hat auch große Bedeutung für den Erhalt der Artenvielfalt und die Kohlenstoffspeicherung der Wälder,“ so die Forscher. Denn das Baumsterben trifft vor allem alte und große Bäume – und gerade sie sind wertvolle Lebensräume für Tiere und effektive CO2-Senken (scinexx, 2018).

Durch Dürre und Waldbrände, Stürme und Borkenkäfer ist mehr Wald bedroht als je zuvor, wie eine Anfrage der FDP im Herbst 2018 zeigte. Die Antwort der Bundesregierung u.a.:

  • Waren vor zwei Jahren 608 Brände auf 283 Hektar zu verzeichnen, so waren bei 424 Bränden im Jahr 2017 schon etwa 395 Hektar betroffen.
  • Für 2018 dürften die Zahlen noch höher liegen – allein in Brandenburg wurden 640 Hektar Wald vernichtet.

Und die Folgen in 2019 sind noch nicht absehbar. Viele geschwächte oder abgestorbene Bäume. Borkenkäfer, aber auch Stürme finden viel Nahrung. Zum Vergleich, da die Bedrohung des Waldes durch die Windkraft immer wieder angeführt wird: In Deutschland stehen nur 3,3 % der knapp 30.000 Windenergieanlagen (WEA) in Wald- oder Forstgebieten, etwa 95 % auf landwirtschaftlichen Flächen.

Für eine moderne Windkraftanlage werden knapp ein halber Hektar dauerhaft benötigt. Dieser wird andernorts wieder aufgeforstet, auch wenn die WEA zuvor eine Windwurffläche aufgebaut worden ist. Die Fundamentfläche einer modernen WEA der 3-MW-Klasse liegt bei ca. 350–500 m². Dies bedeutet, dass durch die weniger als 1.000 WEA im Wald keine 500 Hektar an Waldfläche benötigt und zumeist mit klimaresistenteren Arten wieder aufgeforstet wurden.

Allein in Brandenburg und allein in 2018 wurden 640 Hektar Wald vernichtet. weltweit wurde 2018 mehr Wald durch Extremwetterereignisse vernichtet, als insgesamt in Jahrzehnten für WEAs an Wald benötigt wurde. Dies sollte jedem einleuchten, der Klimawandel gefährdet unseren Wald extrem, nicht die Anlagen der Erneuerbaren Energie, mit dem der Klimawandel begrenzt werden soll.

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